BBLeap Agrifirm senken die Hürden für nachhaltigen Anbau
Erste Teilnehmer melden sich für das Pilotprojekt zum standort- und pflanzenspezifischen Sprühen anQuelle: Link Magazine, Ausgabe September 2025. Text: Frank Senteur. Fotos: BBLeap, Agrifirm, Kevin de Lange.
Im Flevopolder ist ein groß angelegtes Pilotprojekt zum standort- und pflanzenbezogenen Sprühen angelaufen, eine Initiative der Genossenschaft Agrifirm in Zusammenarbeit mit den Technologiepartnern BBLeap Tective Robotics. Zehn Erzeuger von Kartoffeln, Zwiebeln und möglicherweise Blumenzwiebeln nehmen daran teil. Bis Mitte August hatten sich bereits sieben Ackerbauern angemeldet.
Das Pilotprojekt soll in der Praxis zeigen, dass eine pflanzenspezifische Präzisionssprühtechnik tatsächlich zu einem nachhaltigeren Anbau, einem geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und höheren Erträgen führt.
Mauer der Missverständnisse
Obwohl das Thema Präzisionsspritzen schon seit Jahrzehnten diskutiert wird, hat die Technologie im Ackerbau und im Obstbau bislang nur begrenzt Anwendung gefunden. Laut Peter Millenaar, dem Direktor von BBLeap, ist dies zum Teil auf enttäuschende Erfahrungen mit früheren Systemen zurückzuführen.
„Andere Anbieter behaupten, sie könnten standortspezifisch sprühen, halten dieses Versprechen in der Praxis jedoch nicht ein. Daher sind viele Landwirte skeptisch. Wir müssen also zunächst eine Mauer aus Missverständnissen und Vorbehalten überwinden, bevor die Landwirte verstehen, was wir wirklich leisten können – nämlich das zu liefern, was wir versprechen.“
Unterschiede innerhalb eines Fachgebiets
Jedes Feld hat sein eigenes Mikroklima. Pflanzen wachsen ungleichmäßig; manche Stellen sind anfällig für Krankheiten, andere für Unkraut. Dennoch werden bei konventionellen Anbaumethoden Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel nach wie vor flächendeckend über das gesamte Feld ausgebracht. Das ist alles andere als ideal.
Evert Hofman, Konzeptmanager für pflanzliche Lösungen bei Agrifirm, erklärt, warum dies nicht ideal ist:
„Manche Pflanzen erhalten zu viel Dünger, andere zu wenig. Zudem spielen Höhenunterschiede, Bodenbeschaffenheit und lokale Mikroklimata eine Rolle. Die einzig richtige Lösung besteht darin, die Pflanzen individuell zu behandeln – und das ist dank BBLeap endlich möglich.“
Die Technologie hinter dem pflanzenspezifischen Sprühen
Das Prinzip der LeapBox-Technologie BBLeaplässt sich mit einem Tintenstrahldrucker vergleichen: Jede Düse Sprühbalken kann einzeln gesteuert werden. Das bedeutet, dass jede Düse genau Düse , wann und wie viel Flüssigkeit aufgebracht werden muss.
„Die Entwicklung von Sprühbalken mit einzeln steuerbaren Düsen war das große Ziel“, sagt Millenaar. „Mit dieser Technologie können wir endlich das tun, was jahrelang unmöglich schien: jede einzelne Pflanze mit höchster Präzision zu behandeln.“
LeapEye: Sehen, Messen und Entscheiden
Um zu bestimmen, wo und in welcher Menge gesprüht werden soll, BBLeap mehrere Datenquellen:
- Satellitenbilder für einen Überblick über das Gelände.
- Bodenproben, um die örtlichen Gegebenheiten zu erfassen.
- Drohnenaufnahmen zur Erfassung der Lage auf den einzelnen Feldern.
- LeapEye-System: An der Spritzgestänge montierte Kameras und Prozessoren, die kontinuierlich Bilder von Kulturpflanzen und Unkraut aufzeichnen.
Die Position jeder Kamera wird per GPS erfasst, sodass das System genau weiß, welche Pflanze sich wo befindet. Darüber hinaus unterstützt LeapEye Algorithmen von externen Entwicklern, was eine Anpassung an verschiedene Kulturen oder Regionen ermöglicht.
Big Data
Die riesigen Datenmengen bilden die Grundlage für die datengestützte Präzisionslandwirtschaft. Diese Daten werden mit modernster Software verarbeitet, unterstützt durch KI und Algorithmen, die den Anbau in Echtzeit optimieren.
Im Rahmen des Pilotprojekts setzt Agrifirm diese Daten in Form von hochpräzisen Spritzplänen und gezielten Anbaurekommendationen in die Praxis um.
„Mithilfe der Präzisionssprühtechnologie BBLeapund der Drohnentechnologie von Partnern wie Tective Robotics konzentrieren wir uns auf datengestützte Pflanzenpflege“, sagt Evert Hofman von Agrifirm.
Während des Pilotprojekts werden die Pflanzen wöchentlich mit den am Sprühbalken montierten LeapEye-Kameras gescannt. Diese kontinuierliche Überwachung liefert wichtige Informationen, sodass die Sprühmittel genau dort eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden – und nirgendwo anders.
Das Pilotprojekt: Drei Jahre Lernen, Überprüfen und Verbessern
Das dreijährige Pilotprojekt in Flevoland wird mit zehn Landwirten durchgeführt und von Agrifirm betreut. Der Schwerpunkt liegt auf Kartoffeln und Zwiebeln, doch weitere Kulturen könnten folgen. Agrifirm kombiniert die Präzisionssprühdaten BBLeapmit seinen eigenen Bodenpotenzialkarten und Anbauempfehlungen. Während der Vegetationsperiode werden die Kulturen wöchentlich mit LeapEye-Kameras und Drohnen gescannt.
Hofman fährt fort:
„Wir unterstützen Landwirte durch ein dreijähriges Lernprogramm, in dessen Rahmen unsere Pflanzenbauberater praktische Anleitungen geben, die auf Bodenpotenzialkarten und über LeapEye sowie Drohnen erhobenen Erntedaten basieren. Die Landwirte tauschen ihre Erfahrungen in Arbeitsgruppen aus und erhalten nach jeder Saison einen Bericht, der die Umweltauswirkungen, die Pflanzenentwicklung und die Ertragstrends detailliert aufzeigt.“
Diese Verbindung von Big Data, künstlicher Intelligenz und praktischem Wissen schafft eine einzigartige Partnerschaft, in der sich Technologie und Landwirtschaft gegenseitig ergänzen – mit messbaren Vorteilen sowohl für den Landwirt als auch für die Umwelt.
Abbau finanzieller Hürden
Um die Teilnahme zu fördern, BBLeap Rabatte und flexible Anmeldemöglichkeiten BBLeap :
- Landwirte erhalten beim Kauf des LeapBox-Sprühsystems und des LeapEye-Kamerasystems einen Preisnachlass von 10.000 €.
- Das LeapSpace-Abonnement BBLeapund der Agrifirm-Präzisionsplan sind im ersten Jahr kostenlos.
- Darüber hinaus lässt sich die Technologie auch an bereits vorhandene Sprühgeräte nachrüsten , wodurch die Anfangsinvestition begrenzt wird.
Die Systeme sind seit 2020 im praktischen Einsatz und liefern nachweisbare Ergebnisse:
Eine Reduzierung des Pestizideinsatzes um bis zu 30 %, weniger Sprühschäden und höhere Erträge.
Praxiserfahrung: Ackerbauer Johan Bierma
Einer der teilnehmenden Landwirte ist Johan Bierma aus Zeewolde. Zusammen mit seinem Vater bewirtschaftet er einen 60 Hektar großen Ackerbaubetrieb, auf dem Kartoffeln, Zwiebeln, Weizen und Zuckerrüben angebaut werden.
„Wir stehen neuen Technologien immer skeptisch gegenüber“, sagt Bierma. „Als wir eine neue Feldspritze anschaffen wollten, wollten wir in ein System investieren, das für eine nachhaltigere Zukunft gerüstet ist. Mit BBLeap verfügen wir nun über eine Hightech-Plattform, die es uns ermöglicht, orts- und kulturspezifisch zu sprühen. Dank des Pilotprojekts und unserer Zusammenarbeit mit Agrifirm gehe ich davon aus, dass wir den Ertrag und die Qualität unserer Ernten optimieren können.“
Gemeinsam für eine nachhaltige Präzisionslandwirtschaft
Die Zusammenarbeit zwischen BBLeap, Agrifirm und Tective Robotics zeigt, dass datengestützte Landwirtschaft keine ferne Zukunftsvision mehr ist, sondern bereits Realität wird.
Durch die Kombination von Technologie, Fachwissen im Pflanzenbau und praktischer Erfahrung entsteht ein neuer Standard für nachhaltigen Pflanzenschutz, der sich durch eine messbar geringere Umweltbelastung und eine höhere Rentabilität für den Landwirt auszeichnet.
„Das ist erst der Anfang“, schließt Millenaar.
Lesen Sie den vollständigen Artikel im Link Magazine oder erfahren Sie, wie BBLeap den Schritt vollzieht
um jedem Landwirt eine auf den jeweiligen Anbauplan abgestimmte Spritzung zu ermöglichen.
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Ralph Vugts





