Mithilfe von Drohnenaufnahmen und dem „ BBLeap “-System wandte der Landwirt Pieter variable Ausbringungsmengen mit einer Auflösung von bis zu 25 x 25 cm an, wobei er abgestorbene Pflanzen vollständig ausließ und die Wirkstoffmengen auf der Grundlage der Pflanzenbiomasse anpasste. Durch diesen gezielten Ansatz konnten die Gesamtmengen an Chemikalien und Flüssigkeiten um 30 % reduziert werden, wodurch die Inputkosten pro Hektar von 72 € auf 52 € sanken und auf einem 7 Hektar großen Feld 151 € eingespart wurden. Die Ausweitung dieser pflanzenbezogenen Technik auf den gesamten 36 Hektar großen Betrieb verdeutlicht eine hocheffiziente, nachhaltige und zukunftssichere Pflanzenschutzstrategie.
Fakten zum Bauernhof
Partnerschaft van Leeuwen Boomkamp
Erzeuger: Pieter van Leeuwen Boomkamp
Standort: Nijkerk, Niederlande
Hauptanbaukultur: Kartoffeln
Gesamtfläche des Betriebs: 160 Hektar, davon 36 Hektar Kartoffeln
Untersuchungsfläche: 7 Hektar Kartoffeln
Sprühgerät und Auslegerbreite: Fendt Rogator 366 (6600 l, 36 m Auslegerbreite)
BBLeap Lösung: LeapBox, LeapSpace, LeapMap
Anwendungsschwerpunkt: Kartoffel-Stängeltötung
Die Herausforderung: Vermeidung von Herbizidverschwendung bei der Kartoffelstängelvernichtung
Bei der Vorbereitung einer Kartoffelernte kommt es vor allem auf das richtige Timing und Präzision an. Damit die Knollen eine feste, widerstandsfähige Schale entwickeln, die Beschädigungen und Fäulnis während der Ernte und Lagerung verhindert, muss das Kartoffelkraut genau zum richtigen Zeitpunkt abgetötet werden. Bei der Saatkartoffelproduktion ist dieser Vorgang ebenso entscheidend, um das Wachstum zu stoppen und die ideale Knollengröße zu sichern.
Das herkömmliche Sprühen nach dem „ Ackerbau “-Prinzip stößt unter diesen Bedingungen oft an seine Grenzen. Da die Pflanzen auf natürliche Weise absterben, landet das Sprühmittel bei herkömmlichen Sprühverfahren auf nacktem Boden oder auf Pflanzen, die es nicht mehr benötigen. Gleichzeitig benötigen kräftige, grüne Pflanzen eine höhere Dosierung, während schwächere oder kleinere Pflanzen deutlich weniger benötigen.
Die Innovation: Auf die spezifischen Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmtes Sprühen
Mit dem „ BBLeap “-System konnte Pieter die Dosierung pro Düse alle 25 x 25 cm variieren, um den Pflanzen genau das zu geben, was sie brauchen:
- LeapMap: Hochauflösende „ Applikationskarte “-Sprühtechnik mit der Möglichkeit, alle 25 x 25 cm eine unterschiedliche Ausbringmenge einzustellen.
- LeapSpace: Der mithilfe von Drohnenaufnahmen per Software erstellte „ Applikationskarte “ lässt sich nahtlos in LeapSpace integrieren – es sind keine USB-Sticks erforderlich, um die „ Applikationskarte “ auf den Traktor zu übertragen.
- Excellent Spraying: Gewährleistet stets die richtige Tropfen Dosierung, Ausbringmenge und Verteilung bei gleichbleibender Excellent Spraying Leistung – selbst beim präzisen Besprühen bestimmter Stellen.
Reduzierung des Aufwands und finanzielle Einsparungen
Das Feld wurde anhand der Laubbiomasse in vier Behandlungszonen unterteilt. Eine Zone mit einer Dosierung von null (0,0 l/ha) wurde den Bereichen zugeordnet, in denen die Kartoffelstängel bereits vollständig abgestorben waren. Die empfohlene Höchstdosierung von 0,8 l/ha wurde in der Zone mit der höchsten Biomasse ausgebracht, während die Zone mit der geringsten Biomasse 0,2 l/ha erhielt. Im Gegensatz dazu wäre bei einer herkömmlichen Flächenspritzung das gesamte Feld mit der Höchstdosis von 0,8 l/ha besprüht worden. Die Ausbringungsmengen an Wasser für die behandelten Zonen variierten zwischen 100 l/ha und 400 l/ha. Da das bereits abgestorbene Kartoffelkraut nicht besprüht wurde, mussten nur 6,7 der 7 Hektar besprüht werden. Die durchschnittlich auf dem Feld ausgebrachte Dosis von Quickdown betrug 0,59 l/ha.
| Pflanzenschutzmittel | Referenz (Rundfunk / Standard) | Field Reality (BBLeap ) |
|---|---|---|
|
Quickdown (0,8 l/ha) |
52,00 € / ha | 38,03 € / ha * |
|
Öl (2 l/ha) |
20,00 € / ha | 14,63 € / ha * |
| Gesamtkosten pro Hektar | 72,00 € / ha | 52,66 € / ha * |
| Gesamtinvestition (7 ha) | € 504.00 | € 352.82 * |
* Hinweis: Die Kosten für „Field Reality“ werden auf der Grundlage der tatsächlich behandelten/besprühten Fläche (6,7 ha) berechnet.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:
- Reduzierte Sprühfläche: Nur 0,135 ha wurden von 5,4 ha (eine Reduzierung um 94 % des ausgebrachten Flüssigkeitsvolumens).
- Finanzielle Auswirkungen: Eine direkte Barersparnis von 2.106,00 € allein in diesem einen Bereich.
- Hocheffizienter Arbeitsablauf: Ein kurzer, nur 15-minütiger Drohnenflug führt zu beeindruckenden Einsparungen bei Kosten und Pflanzenschutzmitteln und ebnet den Weg für kumulative Einsparungen.
Agrarwirtschaftlicher Ausblick und Zukunftspotenzial
Die potenziellen Kosten- und Mengenersparnisse hängen von der jeweiligen Pflanzensorte ab, doch eine Reduzierung der Einsatzmittel und der Flüssigkeitsmengen um 30 % ist auf der gesamten Fläche von 36 Hektar durchaus realisierbar. Durch pflanzenspezifische Spritzanwendungen, die genau auf den Bedarf der einzelnen Pflanzen abgestimmt sind, bietet dieser gezielte Ansatz eine nachhaltige und zukunftssichere Methode für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln.
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